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 Artsteckbriefe

Autoren  dieses Artsteckbriefes:  Erwin Rennwald ,  Christine Puehringer ,  Jürgen Hensle

Nymphalis antiopa  (Linnaeus, 1758)

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Taf. 8 Fig. 2c

Nymphalis antiopa

©  aus Eckstein (1915)

 

Deutschland, 06712 Zeitz, Waldweg am Rande des Zeitzer Forst. 37813. Kamera Jendigital 4100z3 und 5200z3, Makrobereich 20-80 bzw. 8-40cm, keine Verwendung von Zoom

Trauermantel

©  Gerd Lintzmeyer

2003

Deutschland, 06712 Zeitz, Waldweg am Rande des Zeitzer Forst. 37813. Kamera Jendigital 4100z3 und 5200z3, Makrobereich 20-80 bzw. 8-40cm, keine Verwendung von Zoom

Trauermantel

©  Gerd Lintzmeyer

2003

 

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Deutschland, 06712 Zeitz, Waldweg am Rande des Zeitzer Forst. 37813. Kamera Jendigital 4100z3 und 5200z3, Makrobereich 20-80 bzw. 8-40cm, keine Verwendung von Zoom

Trauermantel

©  Gerd Lintzmeyer

2003

Deutschland, 06712 Zeitz, Waldweg am Rande des Zeitzer Forst. 37813. Kamera Jendigital 4100z3 und 5200z3, Makrobereich 20-80 bzw. 8-40cm, keine Verwendung von Zoom

Trauermantel

©  Gerd Lintzmeyer

2003

Deutschland, 98739 Lichtetal, an Salweide. 36694. Kamera Jendigital 4100z3 und 5200z3, Makrobereich 20-80 bzw. 8-40cm, keine Verwendung von Zoom

Trauermantel

©  Gerd Lintzmeyer

2000

Deutschland, 98739 Lichtetal, an Salweide. 36694. Kamera Jendigital 4100z3 und 5200z3, Makrobereich 20-80 bzw. 8-40cm, keine Verwendung von Zoom

Trauermantel

©  Gerd Lintzmeyer

2000

Migrations-Typ/Arealerweiterer

Autor: Erwin Rennwald

Der Trauermantel ist in Europa vielerorts bodenständig. Daneben kommt es aber immer wieder zu Einwanderungen (wahrscheinlich) von Osten her. Solche Wanderzüge können bei extrem stabiler Hochdrucklage über das Baltikum, Skandinavien bis nach Norddeutschland, den Niederlanden und Großbritannien reichen, so insbesondere 1976 und 1995 (Chalmers-Hunt 1977, Tunmore 1996, Vos & Rutten 1996, Asher et al. 2001). Eitschberger et al. (1991) führen den Trauermantel als „wanderverdächtige Art“ mit dem Hinweis auf mögliche Binnenwanderungen. Auch in Mitteleuropa zeigt der Trauermantel zyklische Schwankungen der Populationsstärken auf, wie sie z.B. Ebert & Rennwald (1991a) für Baden-Württemberg dokumentieren konnten.

Anmerkungen zur Verbreitung

Autor: Erwin Rennwald

Der Trauermantel ist in Europa in nahezu sämtlichen Ländern nachgewiesen (Karsholt & Razowski 1996). Er fehlt lediglich im äußersten Süden (südliches Portugal und Spanien, Sizilien und andere Inseln im westlichen Mittelmeer, südlichstes Griechenland, Zypern). In Großbritannien ist er nicht bodenständig, wurde aber in vielen Jahren einzeln, in manchen Jahren auch zahlreich, als Immigrant festgestellt. Auch in der Nordhälfte und im Westen Skandinaviens und in ganz Dänemark tritt die Art nur als Fluktuent und Immigrant auf. Mitteleuropa ist insgesamt in den meisten Bereichen nur dünn – und möglicherweise nicht durchgehend – besiedelt.im Osten sowie im Schwarzwald tritt die Art wesentlich regelmäßiger und zeitweise auch zahlreicher auf.
Die Gesamtverbreitung der Art reicht (nach Ebert & Rennwald 1991a) von Europa aus östlich über das gesamte gemäßigte Asien bis Japan. Außerdem kommt die Art auch in Nordamerika vor.

Bestimmungshilfe

Autor: Jürgen Hensle

In Europa - zumindest aus der Nähe betrachtet - unverwechselbar.

 

Autor: Christine Puehringer

Der Trauermantel ist ein unverwechselbarer großer Schmetterling. Das Weibchen ist deutlich größer als das Männchen.

Biologie

Autor: Erwin Rennwald

Aktivität
Die Imagines sind streng tagaktiv.

Flugzeit in Mitteleuropa und ggf. darüber hinaus
Der Trauermantel ist in Europa anscheinend überall streng einbrütig. In Baden-Württemberg schlüpfen die Falter ab Mitte Juli, ganz überwiegend aber im August, z.T. noch im September (Ebert & Rennwald 1991a). Ähnliches scheint für ganz Mittel- und Nordeuropa zu gelten. In Südeuropa fliegen frische Falter z.T. schon ab Anfang Juli (auch schon Ende Juni?), Hinweise auf eine partielle 2. Gen. (z.B. Revierverhalten im Sommer) gibt es aber auch hier nicht. Im Gegensatz dazu tritt die Art im Süden der USA zweibrütig auf, wobei es dann auch im Sommer zu Revierverhalten der Männchen kommt (Young 1980).
Die in Europa im Sommer geschlüpften Falter scheinen sich im allgemeinen rasch zurückzuziehen – jedenfalls wirken die Falter nach der Überwinterung noch durchweg „frisch“. Andererseits ist Ende Juli und insbesondere im August die Zeit der großen Wanderbewegungen – fast alle Falterbeobachtungen aus England stammen von den Monaten August und September (vgl. Chalmers-Hunt 1977, Tunmore 1996, Vos & Rutten 1996, Asher et al. 2001). Falter im Oktober werden in Mitteleuropa nur auffallend selten gefunden, Falterfunde von November bis Februar – wie sie bei anderen als Imagines überwinternden Arten doch immer wieder auftreten – fehlen hier praktisch ganz (vgl. Ebert & Rennwald 1991a). An der Überwinterung des Trauermantels als Imago kann es dennoch keinen Zweifel geben. Das Winterquartier wird von den ersten Faltern im März, zumeist aber erst im Laufe des April und Mai verlassen; letzte abgeflogene Tiere wurden im Schwarzwald noch im Juli festgestellt. Damit ist in Mitteleuropa der Trauermantel im Prinzip an jedem Kalendertag beobachtbar.

Raupenzeit in Mitteleuropa und ggf. darüber hinaus
Ebert & Rennwald (1991a) melden für Baden-Württemberg Raupenfunde von Anfang Juni (Oberrheinebene) bis Ende August (Feldberg). In dieses Raster passen auch alle Daten aus dem restlichen Mitteleuropa und dem restlichen Europa nördlich der Alpen. Konkrete Daten von südlich der Alpen finden sich in der Literatur nur spärlich.

Raupe (Nahrung)
Die Raupe entwickelt sich im allgemeinen an Birken (Betula) und breitblättrigen Weiden (Salixdiv. spec.), meist an Büschen oder kleineren Bäumen

Überwinterungsstadium
Der Trauermantel überwintert als Imago; die Diapause beträgt hier offensichtlich teilweise mehr als 6 Monate.

Habitat / Lebensraum

Autor: Erwin Rennwald

Der Trauermantel ist primär eine Art lichter Pionierwäldchen, vor allem von Birken- und Weiden-Vorwald-Stadien.

Gefährdung und Schutz

Autor: Christine Puehringer

Aussagen über die Bestandssituation sind schwer, da der Trauermantel zyklischen Populationsschwankungen unterliegt. Jedoch ist der Falter heute in vielen Teilen Europas als mehr oder weniger stark gefährdet eingestuft (in Österreich aber nicht) und ist in seinen Populationen vielerorts stark rückläufig. In Mitteleuropa beispielsweise sind sie überall sehr selten geworden, sie sind aber noch vor allem in feuchten und kühlen Regionen, wie dem Bergland zu finden.
Die Ursachen der Gefährdung liegen hauptsächlich in Klimaveränderungen und der Zerstörung der Raupenhabitate.

Literatur

Autor: Erwin Rennwald

Asher, J., Warren, M., Fox, R., Harding, P., Jeffcoate, G., Jeffcoate, S. with assistance from Greatorex-Davies, N. & Roberts, E.(2001): The Millenium Atlas of Butterflies in Britain and Ireland. – Oxford (University Press). – 433 S.

Chalmers-Hunt, J.M.(1977): The 1976 Invasion of the Camberwell Beauty (Nymphalis antiopa L.). – Ent. Rec. J. Var., 89: 89-105.

Ebert, G. & Rennwald, E.(1991a): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Bd. 1. Tagfalter I. – Stuttgart (Ulmer Verlag). – 552 S.

Eitschberger, U., Reinhardt, R., Steiniger, H. & Brehm, G.(1991): Wanderfalter in Europa (Lepidoptera). Zugleich Aufruf für eine internationale Zusammenarbeit an der Erforschung des Wanderphänomens bei den Insekten. – Atalanta, 22: 1-67, 16 Farbtafeln.

Henriksen, H.J. & Kreutzer, J.(1982): The butterflies of Scandinavia in nature. – 215 S. – Odense (Skandinavisk Bogforlag).

Karsholt, O. & Razowski, J.[ed.] (1996): The Lepidoptera of Europe. A Distributional Checklist. –Stenstrup (Apollo Books). – 380 S.

Koch, M.(1984): Wir bestimmen Schmetterlinge. Ausgabe in einem Band. – Melsungen (Neumann-Neudamm). – 792 S.

Schäfer, W.(1976): Beitrag zur Macrolepidopterenfauna der Oberrheinischen Tiefebene, des südlichen Schwarzwaldes, des Hegaus und deren Randgebiete. In memoriam Ludwig Settle. – Mitt. ent. Ver. Stuttgart, 10/11: 10-47.

Scorer, A.G.(1913): The entomologist’s log-book, and dictionary of the life histories and food-plants of the British Macrolepidoptera. – London (Routledge & Sons). – VI + 374 S.

Tunmore, M.(1996): The 1995 Camberwell Beaut Nymphalis antiopa (L.) influx. – Atropos 1: 2-5.

Tunmore, M.(1996): The 1995 Camberwell Beaut Nymphalis antiopa (L.) influx. – Atropos 1: 2-5.

Vos, R. de & Rutten, A.L.M.(1996): Migrating Lepidoptera in 1995. – Entomologische Berichten, 56 : 177-191.

Weidemann, H.-J.(1980): Notizen zur Ökologie bedrohter Schmetterlingsarten des nördlichen Frankenjura. – LV. Ber. Naturf. Ges. Bbg., Bamberg.

Young, A.M.(1980): Some observations on the natural history and behaviour of the Camberwell Beauty (Mourning Cloak) butterfly, Nymphalis antiopa (Linaeus) (Lepidoptera; Nymphalidae) in the United States. – Entomologist’s Gaz., 31: 7-18, Taf. 1.

Zu dieser Art

Test

Trivialnamen

deu

Trauermantel

fra

Le Morio

fra

Morio