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 Artsteckbriefe

Autor  dieses Artsteckbriefes:  Jürgen Hensle

Nymphalis polychloros  (Linnaeus, 1758)

weitere Bilder

Grosser Fuchs

©  Angela Wolf

2008

Grosser Fuchs

©  Angela Wolf

2008

Weibchen, Oberseite.

Großer Fuchs

©  Horst Rötschke

2003

 

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Männchen, Unterseite

Großer Fuchs

©  Horst Rötschke

2003

Migrations-Typ/Arealerweiterer

Autor: Jürgen Hensle

Der Große Fuchs ist wie seine nächsten Verwandten ein Binnenwanderer. In manchen Jahren tritt er plötzlich in Gebieten auf, in denen er zuvor teilweise Jahrzehnte lang nicht mehr beobachtet werden konnte. In den letzten Jahren war er in Mittel- und Westeuropa im steten Rückgang begriffen und trat somit nur noch ganz vereinzelt auf. Die für ihn besonders günstigen warme Sommer 2002 und 2003 dürften dafür verantwortlich sein, daß er im Frühjahr 2004 erstmals gebietsweise wieder etwas häufiger war. In den folgenden Monaten hat er sich stark ausgebreitet und konnte im Norden bis Sachsen und dem Mittelrhein angetroffen werden. Zeitgleich erfolgte eine Einwanderung über die Ostsee nach Südskandinavien. An vielen wiederbesiedelten Stellen hat er sich auch 2005 halten können.

In England war er bis Anfang des 20. Jahrhunderts in manchen Regionen recht häufig, wurde dann immer seltener und gilt heute als ausgestorben. Dennoch können auch dort immer wieder einmal offensichtlich zugewanderte Einzelfalter beobachtet werden. Die Gründe für seinen Rückgang sind unbekannt. Er verträgt naßkalte Witterung schlecht, aber das kann nicht der einzige Grund sein.

Anmerkungen zur Verbreitung

Autor: Jürgen Hensle

Der Große Fuchs kommt von Westeuropa und Nordwestafrika nordöstlich bis zum Südural und südöstlich bis zum Himalaja vor. In Skandinavien tritt er nur gelegentlich nach Zuwanderung auf, kann sich dort aber nie lange halten. In Südeuropa und stellenweise auch schon am südlichen Alpenrand (z. B. im Südtessin) ist er gebietsweise recht häufig.

Bestimmungshilfe

Autor: Jürgen Hensle

Männchen

Der Große Fuchs kann am ehesten mit dem Kleinen Fuchs (Aglais urticae) und dem in Westeuropa noch viel selteneren Östlichen Großen Fuchs (Nymphalis xanthomelas) verwechselt werden. Der Kleine Fuchs ist meist deutlich kleiner und in der Regel etwas leuchtender orange gefärbt. Die dunkle Zeichnung an der Basis der Flügel ist beim Kleinen deutlich ausgedehnter, ebenso wie die blaue Punktreihe am Außenrand der Flügel. Ferner trägt der Kleine in der dem Hinterflügel zugewandten Hälfte des Vorderflügels nur drei oder - selten - noch weniger schwarze Flecken, der Große fast immer vier. Zuletzt ziert den Kleinen am Apex, also der Spitze der Vorderflügel ein kleiner weißer Fleck, der dem Großen fehlt.
Der Östliche Große Fuchs kann nur im Sitzen sicher unterschieden werden: Seine Beine sind (bei europäischen Tieren!) stets gelbbraun gefärbt, während die Beine "unseres" Großen Fuchses fast schwarz sind.
In Osteuropa und Asien kann der Große Fuchs zudem evtl. mit dem - in Europa seltenen - Weißen L (Nymphalis vau-album) verwechselt werden. Dieses hat weiße Zeichnungselemente auf allen Flügeln, einen stark gezackten Flügelaußenrand, eine hellere Unterseite und zudem ein kleines, weißes L- oder J-förmiges Zeichen im Zentrum der Hinterflügel-Unterseite.

Biologie

Autor: Jürgen Hensle

Der Falter überwintert und erscheint im Frühjahr als einer der ersten Tagfalter. Diese Überwinterer leben noch bis etwa Mai, selten länger. Das Weibchen legt im Frühjahr Gelege kegelförmiger heller Eier um die Zweigspitzen von Weiden (Salix), vor allem Salweiden (Salix caprea) aber auch Pappeln (Populus), Kirschbäumen (Prunus avium), Birnbäumen (Pyrus), Ulmen (Ulmus) und vielleicht weiterer Baumarten. Die Raupen leben gesellig in einem großen Nest aus Spinnfäden und verpuppen sich im Frühsommer. Die Falter der folgenden Generation schlüpfen meist im Juli und ziehen sich recht früh in ihr Überwinterungsquartier zurück, so daß sie im Herbst kaum mehr beobachtet werden können.

In Südeuropa schlüpft die 1. Generation schon im Mai oder Juni. Es wird zuweilen behauptet, dass dort dann noch eine 2. Generation ausgebildet werden soll, was aber sehr unsicher ist.

Habitat / Lebensraum

Autor: Jürgen Hensle

Der Große Fuchs ist ein Bewohner trocken-warmen Buschlands und lichter Wälder mit Vorkommen der Raupenfutterpflanzen. Daher steigt er auch in den Südalpen kaum über 1600 m ü. NN.

Zu dieser Art

Trivialnamen

deu

Großer Fuchs

fra

Grande tortue

fra

Le Grand Tortue