Seite wird geladen ...



 Artsteckbriefe

Autor  dieses Artsteckbriefes:  Jürgen Hensle

Iphiclides podalirius  (Linnaeus, 1758)

weitere Bilder

Italien. 95015 Linguaglossa. Von Linguaglossa nach Mitoggio auf 680 m.

Iphiclides podalirius

©  Anton Scheiwiller

2004

Segelfalter, erwachsene Raupe

©  Axel Steiner

2000

Segelfalter, Puppe. Die Flügelzeichnung des Falters scheint bereits durch die Puppenhülle durch.

©  Axel Steiner

2000

 

Bilder wieder ausblenden

Segelfalter, L1-Raupe auf Schlehe

Segelfalter, L1-Raupe

©  Jürgen Rodeland

2006

Segelfalter

©  Angela Wolf

2006

Segelfalter

©  Angela Wolf

2006

Segelfalter

©  Angela Wolf

2007

Migrations-Typ/Arealerweiterer

Autor: Jürgen Hensle

Der Segelfalter gilt als „beobachtenswerte Art“. Über sein Wanderverhalten wissen wir noch sehr wenig. Ähnlich dem Schwalbenschwanz (Papilio machaon) tritt er immer einmal wieder in Einzelexemplaren in Gebieten auf, in denen er nicht heimisch ist. Da die Weibchen dort auch einzelne Eier ablegen, kann dann zuweilen auch ein Falter in der neuen Heimat schlüpfen. Lebensfähige Populationen können sich aus solchen Einzelexemplaren jedoch nicht aufbauen.

Anmerkungen zur Verbreitung

Autor: Jürgen Hensle

Der Segelfalter tritt von Frankreich bis Westchina in klimatisch begünstigten Gebieten auf. Die Nordgrenze seiner Verbreitung verläuft durch Mitteleuropa. Hier fliegt er vor allem in den warmen Alpentälern des Wallis, des Engadins, im Tessin und Südtirol, aber auch im Schweizer Jura und am niederösterreichischen Alpenrand. In Deutschland kommt er z. B. im Nahe- und Moseltal, am Mittelrhein und im Taubertal vor. Wesentlich häufiger ist er im Mittelmeerraum. In Portugal, Spanien und Nordwestafrika wird er durch den ähnlichen Iphiclides feisthameliiersetzt.

Bestimmungshilfe

Autor: Jürgen Hensle

Der Segelfalter ist nahezu unverwechselbar. Allenfalls kann er bei flüchtiger Betrachtung mit einem Schwalbenschwanz verwechselt werden. Dieser hat aber i.d.R. eine viel kräftigere gelbe Grundfarbe. Im Streifenmuster ähnlich ist vor allem der Südliche Schwalbenschwanz (Papilio alexanor) aus dem Mittelmeerraum, aber auch dieser hat eine kräftigere gelbe Grundfarbe. Iphiclides feisthameliiaus dem westlichen Mittelmeerraum schließlich, hat eine noch hellere Grundfarbe und kräftigere schwarze Zeichnungselemente auf der Flügel-Oberseite. Er fliegt, soweit bislang bekannt, nirgendwo mit dem „normalen“ Segelfalter zusammen.

Biologie

Autor: Jürgen Hensle

In Mitteleuropa fliegt der Segelfalter in einer Generation von Mitte April bis Ende Juni, im Westen und Süden auch noch in einer zweiten von Mitte Juli bis Mitte August. Im nördlichen Mittelmeerraum werden hingegen zwei bis drei, weiter im Süden bis zu vier Generationen ausgebildet. Dort kann der Falter dann von Anfang/Mitte März bis Ende Oktober fliegen.
Im Gebirge, z. B. in mittleren Lagen der Zentralalpen, wird ebenfalls nur eine Generation im Juli ausgebildet.
Die Falter treffen sich zur Paarung gerne auf Hügelkuppen zum sog. Hilltoppingflug. Die Eiablage erfolgt oft an niederen Krüppelschlehen (Prunus spinosa). Gebietsweise, so in den warmen Tälern der Zentral- und Südalpen oder auch an Mosel, Nahe und Mittelrhein hingegen vorzugsweise an Felsenkirsche (Prunus mahaleb). In Südeuropa schließlich legen die Weibchen ihre Eier an allerlei hochstämmige Obstbäume, wie Kirschbaum (Prunus avium), Aprikose (Prunus armeniaca), Pfirsich (Prunus persica) aber z. B. auch Mandelbaum (Prunus dulcis) und Weißdorn (Crataegus). Bedingt durch die klimatische Erwärmung, nimmt die Tendenz zur Ablage an höheren Bäumen, wie auch zur Ausbildung einer zweiten Generation, in Mitteleuropa in den letzten Jahren stark zu.
Die Puppe, die von der letzten Generation abstammt, überwintert.

Habitat / Lebensraum

Autor: Jürgen Hensle

Während der Segelfalter im Mittelmeerraum überall im gebüschbestandenen Gelände wie auch in Obstbaumplantagen angetroffen werden kann, ist er nördlich der Alpen hauptsächlich ein Bewohner trocken-warmer, mit Schlehen oder Felsenkirschen bewachsener Magerrasen oder verbuschter Südhänge.
Nördlich der Alpen tritt der Falter kaum mehr wo oberhalb 600 m ü. NN auf, dahingegen kann er in den Alpen bis auf 1500 m und im südlichen Mittelmeerraum bis über 2300 m ü. NN angetroffen werden (wandernde Einzelfalter auch noch deutlich darüber).
Kennzeichnend für seine Vorkommensorte ist in Mitteleuropa stets ein Hilltoppingplatz, meist eine Hügelkuppe, die die Falter benötigen, damit die Geschlechter trotz der niedrigen Populationsdichte zueinanderfinden. Bei der höheren Populationsdichte in Südeuropa erfolgt die Geschlechterfindung oft auch schon fernab solcher Rendezvousplätze. Aber auch dort patrouillieren die Männchen gerne an Geländekanten entlang.

Zu dieser Art

Trivialnamen

deu

Segelfalter

fra

Flambé