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 Artsteckbriefe

Autor  dieses Artsteckbriefes:  Jürgen Hensle

Pieris rapae  (Linnaeus, 1758)

 

Zu Dritt auf einer Blüte

©  Norbert Hirneisen

2004

Pieris rapae, Männchen

©  Jürgen Hensle

 

 

Migrations-Typ/Arealerweiterer

Autor: Jürgen Hensle

Der Kleine Kohlweißling ist ein Binnenwanderer. Also eine Art, die innerhalb ihres Verbreitungsgebietes gerichtete Wanderflüge unternimmt und darüber hinaus auch einmal mehr oder weniger weit in Gebiete vordringen kann, in denen sie nicht heimisch ist. Speziell in den Küstengebieten Norddeutschlands werden oft größere Wanderschwärme beobachtet. Im Binnenland wandern hingegen meist nur einzelne Falter.

Anmerkungen zur Verbreitung

Autor: Jürgen Hensle

Der Kleine Kohlweißling ist von den Azoren und den Kanarischen Inseln bis Japan beheimatet. Er fehlt lediglich im Norden Skandinaviens und Rußlands. Eingeschleppt wurde er nach Nordamerika, Australien und Neuseeland. In den Alpen fliegt er bis über die Waldgrenze hinaus. In den höchsten Lagen dürfte er jedoch nur als Wanderfalter auftreten.

Bestimmungshilfe

Autor: Jürgen Hensle

Der Kleine Kohlweißling kann in Mitteleuropa vor allem mit dem Rapsweißling (Pieris napi) und dem Großen Kohlweißling (Pieris brassicae) verwechselt werden. Der Rapsweißling hat auf der Unterseite der Hinterflügel eine meist deutlich sichtbare grünliche Beschuppung entlang der Adern. Der Große Kohlweißling ist i.d.R. größer und der schwarze Fleck an der Spitze des Vorderflügels ist viel ausgedehnter. Im Wallis, dem Südtessin und am niederösterreichischen Alpenrand, sowie verbreitet in Südeuropa tritt zudem der Karstweißling (Pieris mannii) auf. Dieser kann vom Laien kaum unterschieden werden. Während der Kleine Kohlweißling jedoch hauptsächlich in landwirtschaftlich genutztem Gelände auftritt, ist der Karstweißling eine Art trockener, heißer und öder Südhänge. Weitere, meist seltene Arten, finden sich in Südeuropa, Nordafrika und Westasien.

Ähnliche Arten

Autor: Jürgen Hensle

Großer Kohlweißling (Pieris brassicae), Rapsweißling (Pieris napi), im Süden noch Karstweißling (Pieris mannii), Pieris ergane, Pieris segonzaci.

Biologie

Autor: Jürgen Hensle

Der Kleine Kohlweißling ist ein Kulturfolger. Seine Raupe frißt an Kohl (Brassica oleracea) und anderen wildwachsenden verwandten Arten. Sie ist der berüchtigte "Herzwurm", welcher sich in das Herz der Kohlköpfe hineinbohrt.
In Mitteleuropa tritt er, je nach lokalem Klima, in zwei bis vier Generationen auf. In den höchsten Lagen auch nur in einer. Seine Flugzeit beginnt im März oder April und endet meist im Oktober. In warmen Küstengebieten Südeuropas fliegt er ununterbrochen das ganze Jahr über in wahrscheinlich sechs Generationen.
In Wüstengebieten Westasiens und Nordafrikas übersommert die Puppe während der heißesten Monate. Ansonsten überwintert die Puppe, die von der jeweils letzten Generation des Jahres abstammt.

Habitat / Lebensraum

Autor: Jürgen Hensle

Die Art kommt hauptsächlich im offenen, vor allem landwirtschaftlich genutztem Gelände vor. Daneben fliegt sie aber auch auf Wiesen, Waldwegen, und auf Almweiden ebenso wie in Küstendünen. Letztere gelten als Ursprungsheimat des Kleinen Kohlweißlings. An ihren dortigen Ursprungs-Futterpflanzen Meersenf (Cakile maritima) und Meerkohl (Crambe maritima) kann die Raupe auch heute noch angetroffen werden. Die Ausbreitung ins Binnenland hat demnach erst begonnen, nachdem der Mensch begann Kohl zu kultivieren. Der Kleine Kohlweißling ist heute einer unserer häufigsten Tagfalter, den man fast überall antreffen kann.

Zu dieser Art

Trivialnamen

deu

Kleiner Kohlweißling

fra

Piéride de la rave