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 Artsteckbriefe

Autor  dieses Artsteckbriefes:  Jürgen Hensle

Pieris brassicae  (Linnaeus, 1758)

 

Pieris brassicae

©  Norbert Hirneisen

2005

Grosser Kohlweißling

©  Angela Wolf

2007

 

Migrations-Typ/Arealerweiterer

Autor: Jürgen Hensle

Der Große Kohlweißling ist ein Binnenwanderer. Also eine Art, die innerhalb ihres Verbreitungsgebietes gerichtete Wanderflüge unternimmt und darüber hinaus auch einmal mehr oder weniger weit in Gebiete vordringen kann, in denen sie nicht heimisch ist. Speziell in den Küstengebieten Norddeutschlands werden oft größere Wanderschwärme beobachtet. Im Binnenland wandern hingegen meist nur einzelne Falter. In Asien tritt die Art hingegen als Arealerweiterer auf. So hat sie ihr Verbreitungsgebiet in den letzten Jahrzehnten von Westsibirien bis Japan ausgedehnt.

Anmerkungen zur Verbreitung

Autor: Jürgen Hensle

Der Große Kohlweißling ist von den Azoren bis Japan beheimatet. Im Norden Skandinaviens und Rußlands tritt er jedoch nur als seltener Wanderfalter auf. Nach Chile wurde er eingeschleppt. In den Alpen fliegt er bis über die Waldgrenze hinaus. In den höchsten Lagen tritt er jedoch ebenfalls nur als Wanderfalter auf. Auf den Kanarischen Inseln tritt der Große Kohlweißling nicht auf. Dort wird er durch den ähnlichen Kanarenweißling (Pieris cheiranthi) ersetzt.

Bestimmungshilfe

Autor: Jürgen Hensle

Der Große Kohlweißling kann in Mitteleuropa vor allem mit dem Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) verwechselt werden. Jener ist aber meist kleiner und hat an der Spitze des Vorderflügels einen viel kleineren dunklen Fleck. Auch der Rapsweißling (Pieris napi) ist ähnlich gezeichnet, aber auf der Unterseite der Hinterflügel nur entlang der Adern dunkel bestäubt. Weitere ähnliche, jedoch durchweg kleinere Arten treten in Südeuropa auf.

Ähnliche Arten

Autor: Jürgen Hensle

Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae), Kanarenweißling (Pieris cheiranthi), Rapsweißling (Pieris napi) Karstweißling (Pieris mannii), Pieris ergane, Pieris krueperi.

Biologie

Autor: Jürgen Hensle

Der Große Kohlweißling ist ein typischer Kulturfolger. Seine Raupe ernährt sich hauptsächlich von Kohl (Brassica oleracea), weniger an verwandten angepflanzten und wildwachsenden Pflanzen. Da sie jedoch, wenn sie nicht gerade in Massen auftritt, nur die äußeren Blätter abfrißt, richtet sie meist keinen wirtschaftlichen Schaden an. Da diese Art jedoch noch wesentlich stärker als der Kleine Kohlweißling auf Kohl fixiert ist, wird sie gebietsweise immer seltener. Denn Kohlfelder werden intensiv mit Insektiziden behandelt.
In Südeuropa fliegt der Große Kohlweißling von Februar bis November, vereinzelt sogar im Dezember und Januar in fünf bis sechs Generationen. In Mitteleuropa bildet er hingegen nur zwei bis vier aus. Diese fliegen von April/Mai bis September/Oktober. Im Spätsommer ist die Art meist am häufigsten. Die Puppe, die von der jeweils letzten Generation abstammt, überwintert.

Habitat / Lebensraum

Autor: Jürgen Hensle

Außer auf Kohlfeldern kann man die Art auch in anderen offenen Landschaften und auf Waldwegen antreffen. Das war nicht immer so. Denn wie beim Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) gelten auch für den Großen Küstendünen und -spülsäume als Ursprungsheimat. An ihren dortigen Ursprungs-Futterpflanzen Meersenf (Cakile maritima) und Meerkohl (Crambe maritima) kann die Raupe auch heute noch oft zahlreich angetroffen werden. Die Ausbreitung ins Binnenland hat demnach erst begonnen, nachdem der Mensch begann Kohl zu kultivieren.

Zu dieser Art

Trivialnamen

deu

Großer Kohlweißling

fra

Piéride du chou