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 Artsteckbriefe

Autor  dieses Artsteckbriefes:  Jürgen Hensle

Lycaena dispar  (Haworth, 1802)

weitere Bilder

Grosser Feuerfalter

©  Angela Wolf

2006

Grosser Feuerfalter Männchen

©  Angela Wolf

2006

Grosser Feuerfalter Weibchen

©  Angela Wolf

2006

 

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Grosser Feuerfalter

©  Angela Wolf

2007

Migrations-Typ/Arealerweiterer

Autor: Jürgen Hensle

Der Große Feuerfalter ist ein Arealerweiterer, der sich derzeit vor allem im Bereich der niederösterreichischen Donauniederung und, von der Nördlichen Oberrheinebene, dem Kraichgau und dem Elztal aus, teilweise sehr stark in Südwestdeutschland ausdehnt. Dort hatte die Art (zeitweise) auch schon die bayrische Grenze überschritten.

Anmerkungen zur Verbreitung

Autor: Jürgen Hensle

Der Große Feuerfalter tritt von Europa und der Nordtürkei über Südsibirien bis Korea auf. In Europa ist das Verbreitungsgebiet stark zersplittert. Das größte reicht von Kroatien und Niederösterreich bis Nordgriechenland, der Krim und Südrußland. Ein weiteres findet sich in der Poebene, eines an der Westküste Mittelitaliens und eines an der Küste Südwestfrankreichs. Das in Nordostfrankreich greift auch noch nach Südwestdeutschland über. Ferner finden wir die Art lokal in den Niederlanden, in Norddeutschland und von Zentralpolen bis Lettland, sowie in Südfinnland.
In England wurde die Art ausgerottet, aber aus den Niederlanden wieder eingeführt. Im Wood-Walton Fen in Huntingdonshire besteht eine solche Kolonie aus wiedereingeführten Tieren bereits seit vielen Jahrzehnten.

Bestimmungshilfe

Autor: Jürgen Hensle

Der Große Feuerfalter unterscheidet sich von vielen ähnlichen Arten, wie vor allem dem Kleinen Feuerfalter (Lycaena phlaeas) alleine schon durch seine bedeutendere Größe, ferner, durch die auffällige blaue Bestäubung und die meist kräftige orange Randbinde der Hinterflügel-Unterseite.
Oberseits recht ähnlich ist vor allem das Männchen des Dukatenfalters (Lycaena virgaurae). Diesem fehlt jedoch der Zellschlußfleck auf der Vorderflügel-Oberseite. Unterseits ist der Dukatenfalter sofort vom Großen Feuerfalter zu unterscheiden, denn dieser hat keine blaugraue, sondern eine olivgelbe Hinterflügel-Unterseite und zudem noch weiße Flecke, die dem Großen Feuerfalter fehlen.

Andere Falter, wie die Weibchen des Braunen Feuerfalters (Schwefelvögelchen, Lycaena tityrus) oder des Kleinen Ampferfeuerfalters (Lilagoldfalter, Lycaena hippothoe) sowie einiger südeuropäischer Arten, ähneln oberseits mehr dem Weibchen des Großen Feuerfalters, sind jedoch meist ebenfalls kleiner. Lediglich die 2. und partielle 3. Generation des Großen Feuerfalters kann zuweilen ebenso klein sein, wie andere verwandte Arten. Aber all diese Arten können bei etwas genauerer Betrachtung stets problemlos unterschieden werden.

Ähnliche Arten

Autor: Jürgen Hensle

Dukatenfalter (Lycaena virgaurae), Lycaena ottomana, Brauner Feuerfalter (Lycaena tityrus), Ampferfeuerfalter (Lilagoldfalter, Lycaena hippothoe), Lycaena candens, Lycaena thersamon, Lycaena thetis, Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas)

Biologie

Autor: Jürgen Hensle

Die Raupe lebt an oxalatarmen, also nicht sauren und höherwüchsigen Ampferarten, in Mitteleuropa hauptsächlich an Krausem Ampfer (Rumex crispus) und Stumpfblättrigem Ampfer (Rumex obtusifolius), daneben aber auch z. B. an Teich-Ampfer (Rumex hydrolapathum) und Wasser-Ampfer (Rumex aquaticus) .
Das Ei wird meist auf der Blattoberseite abgelegt, vorzugsweise entlang der Blattmittelader. Die Jungraupen finden sich dann aber stets auf der Blattunterseite. Die Jungraupe die von der letzten Generation abstammt, überwintert.
Der Falter fliegt im nördlichen Teil seines Verbreitungsgebietes und im Gebirge in einer Generation im Juni-August. Weiter südlich treten 2-3 Generationen von Ende Mai bis September auf.

Habitat / Lebensraum

Autor: Jürgen Hensle

Primärer Lebensraum der Art sind in weiten Teilen Europas feuchte bis mesophile Wiesen in den tieferen Lagen, häufig in den Flussniederungen großer Stromtäler (Oberrhein, Donau, Po). Hier fliegen die Falter auf nicht oder nur wenig gedüngten Wirtschafts-Fettwiesen sowie auf ruderalisierten Flächen, z. B. auf brachgefallenem Ackerland, auf dem Krauser und Stumpfblättriger Ampfer (Rumex crispus, R. obtusifolius) oft in reichen Beständen wachsen. In den Niederlanden hält sich der Falter mehr an Großseggen-Riede und Röhrichte mit Vorkommen des Teichampfers (Rumex hydrolapathum). In der Poebene findet man ihn oft an Gräben in den Reisfeldern.
Auf dem Balkan, von der Slowakei an südlich fliegt der Falter nicht nur in Flußniederungen, sondern auch auf feuchten Waldlichtungen der Bergwälder bis auf etwa 1000 m ü. NN. In Asien ist das Vorkommen auf solchen Waldlichtungen die Regel. Hier fliegt der Falter bis auf 2500 m ü. NN hinauf.

Literatur

Autor: Jürgen Hensle

EBERT, G & E. RENNWALD (1991): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs, Bd. 1: Tagfalter 1, 1-552. Bd. 2: Tagfalter 2, 1- 535. - Ulmer, Stuttgart.

LUKHTANOV, V & A. LUKHTANOV (1994): Herbipoliana Band 3: Die Tagfalter Nordwestasiens. - Verlag Dr. Ulf Eitschberger, Marktleuthen. 1-440.

Schweizerischer Bund für Naturschutz (1987): Tagfalter und ihre Lebensräume. I-XI, 1-516. - Fotorotar AG, Egg.

TOLMAN, T. & R. LEWINGTON (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. 1-319. Kosmos, Stuttgart.

WAGENER, P. S. et al. (1995): Die Tagfalter der Türkei. Bd. 1: 1-757, Bd. 2: 758-1354, Bd. 3: 1-847. - Selbstverlag P. S. Wagener

WEIDEMANN, H.-J. (1988): Bd 1: Tagfalter, Entwicklung-Lebensweise, 1-288. Bd. 2: Tagfalter, Biologie – Ökologie - Biotopschutz, 1-372. Neumann – Neudamm, Melsungen.

Zu dieser Art

Trivialnamen

deu

Großer Ampferfeuerfalter

deu

Großer Feuerfalter

deu

Flussampfer-Dukatenfalter

fra

Cuivré des marais

ita

Licena delle paludi

nla

Grote vuurvlinder