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 Artsteckbriefe

Autor  dieses Artsteckbriefes:  Jürgen Hensle

Azanus jesous  (Guérin-Menneville, 1849)

Migrations-Typ/Arealerweiterer

Autor: Jürgen Hensle

In Afrika und Asien gilt (Azanus jesous) als Binnenwanderer, mit zusätzlicher Tendenz zur Arealerweiterung bzw. Ausbreitung über die Verbreitungsgrenzen hinweg. Solche zugewanderte Tiere dürften auch die Population bei Algeciras gegründet haben. Es ist für die Wissenschaft sehr interessant, festzustellen, ob sie sich halten kann, bzw. evtl. sogar noch weiter ausbreitet. Daher sollte auf diese Art gerade in Andalusien, aber auch in Nordafrika besonders geachtet werden.

Anmerkungen zur Verbreitung

Autor: Jürgen Hensle

Azanus jesousist aus Marokko, Ägypten, dem Libanon, Syrien, der Arabischen Halbinsel und als gelegentlicher Zuwanderer von Zypern bekannt. Verbreitet tritt er in Afrika südlich der Sahara auf.
Im August 2001 wurde eine starke Population bei Algeciras in Südspanien entdeckt.

Bestimmungshilfe

Autor: Jürgen Hensle

Azanus jesous kann (im Mittelmeerraum!) vor allem mit dem Kleinen Wanderbläuling (Langgeschwänzter Bläuling, Leptotes pirithous) verwechselt werden. Letzterer trägt aber am Hinterflügel je ein dünnes Schwänzchen. Zudem finden sich auf der Hinterflügel-Unterseite von Azanus jesouseine Anzahl schwarzer Punkte, die dem Kleinen Wanderbläuling fehlen. Und beim Kleinen Wanderbläuling schlägt die Unterseitenzeichnung viel deutlicher auf die Oberseite durch, als bei Azanus jesous. Der Kleine (wie auch der Große Wanderbläuling (Lampides boeticus)) trägt nur neben dem Schwänzchen zwei schwarze Punkte, die bei diesen Arten - und im Gegensatz zu Azanus jesous- zudem orange umrandet sind.
Der Große Wanderbläuling ist zudem meist deutlich größer und trägt auf der Hinterflügel-Unterseite eine, bei genauerer Betrachtung, deutlich verschiedene Linien-Zeichnung.

Weitere ähnliche Arten sind Tarucus theophrastus, Tarucus rosaceusund Tarucus balkanicus, welche auch alle geschwänzt sind. Zudem ist bei ihnen die Grundfarbe der Flügel-Unterseite weiß, nicht hellbraun wie bei Azanus jesous.

Ähnliche Arten

Autor: Jürgen Hensle

Kleiner Wanderbläuling (Leptotes pirithous), Großer Wanderbläuling (Lampides boeticus), Tarucus theophrastus, Tarucus rosaceus, Tarucus balkanicus

Biologie

Autor: Jürgen Hensle

Die Raupe frisst im Mittelmeerraum an Akazie (Acacia sp.), wovon es in Europa wildwachsend drei Arten gibt: Die Kätzchen-Akazie (Acacia longifolia), Mearns Akazie (Acacia mearnsii) und die Weidenartige Akazie (Acacia saligna). Zudem werden eine Reihe, hauptsächlich aus Australien stammende Arten als Ziersträucher (Mimosen) und zur Parfumgewinnung angepflanzt. Welche hiervon der Raupe als Nahrungspflanze dienen, ist nicht bekannt. In Marokko lebt die Art an Acacia gummifera. Weitere Futterpflanzen, darunter nicht nur Akazienarten, sind aus Asien und dem südsaharischen Afrika bekannt. In heißen Gegenden fliegt die Jahr ohne Unterbrechung das ganze Jahr über, im Mittelmeerraum nur von Februar bis Oktober.
Die Raupe verpuupt sich unter Steinen. Wahrscheinlich überwintert die Puppe.

Literatur

Autor: Jürgen Hensle

HOLMES, M (2002): A New Species of Butterfly For Mainland Europe: African Babul Blue Azanus jesousAtropos 16: 77

TOLMAN, T. & R. LEWINGTON (1998): Die Tagfalter Europas und Nordwestafrikas. 1-319. Kosmos, Stuttgart.

Zu dieser Art